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Skifahren ist Kopfsache - Praxistest Skibrillen & Skihelme

Ohne einen Helm ist heutzutage kaum noch ein Wintersportler unterwegs. Das ist gut, denn der Kopf gehört beim Skifahren geschützt! Aber woher wissen wir, dass ein Helm hält, was wir uns von ihm versprechen? Die SkiMAGAZIN-Testredaktion hat zwölf Skihelme und Skibrillen sowie vier Visierhelme auf der Piste getestet.

Text: Christian Riedel (erschienen im SkiMAGAZIN 3/2022)

Safety first, lautet das Motto beim Skifahren, deshalb sollten Helm, Skibrille und idealerweise auch ein Rückenprotektor zur Standardausrüstung am Berg gehören. Wir haben mit Experten gesprochen und zwölf Helm-Brillen-Kombinationen und vier Visierhelme getestet. Denn Fakt ist: zu einem guten Helm gehört auch stets eine passende Google!

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Beim Skifahren passieren leider immer wieder Unfälle, bei denen der Kopf in Mitleidenschaft gezogen wird. Statistisch ist laut einer Studie in der „Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin“ bei rund elf Prozent aller Skiunfälle unser wertvollstes Körperteil betroffen – häufiger erwischt es nur Knie und Schultern. Speziell Stürze bei höherem Tempo können Platzwunden, Gehirnerschütterungen oder sogar einen Schädelbruch nach sich ziehen. Ein Helm kann zwar nicht vor jeder Verletzung schützen, aber er reduziert das Risiko von Traumata laut der Studie um stolze 60 Prozent!

Da Helme inzwischen zur Standardausrüstung fast aller Alpinfans zählt, hat sich in diesem Segment in den letzten Jahren extrem viel getan. Moderne Exemplare sind leicht, bieten hohen Tragekomfort und sind so gut belüftet, dass man darunter nicht allzu sehr schwitzt. Und Gedanken über die Sicherheit muss man sich auch nicht machen, denn bevor ein Skihelm verkauft werden darf, muss er im Labor intensive Tests bestehen. „Helme beim Sport gehören in die Kategorie persönliche Schutzausrüstung“, erklärt Thomas Dautermann, Director Quality Management bei Uvex. „Dazu gibt es eine europäische Verordnung, die genau festlegt, welche Anforderungen ein Helm erfüllen muss. Dazu zählen nicht nur die mechanischen Anforderungen, also dass der Aufprall aufgefangen wird, sondern beispielsweise auch, wie groß das Sichtfeld sein muss, damit die Sicht nicht behindert wird, oder wie der Kinnriemen eingestellt sein muss, damit man sich bei einem Unfall nicht stranguliert.“

DREIFACH GEPRÜFT

Bei der Kontrolle gibt es drei Prüfungen unter Realbedingungen. So wird im Labor die Schutzfunktion bei Temperaturen bis –25 Grad getestet. „Um die Norm zu erfüllen, wird erst ein Prüfkopf mit dem Helm aus einer Höhe von 1,80 Metern fallen gelassen, was einer Geschwindigkeit beim Aufprall von rund 5,4 Metern pro Sekunde entspricht“, erklärt Thomas Dautermann. Dabei wird gemessen, wie viel Restbeschleunigung am Kopf ankommt, also wie groß die zeitliche Änderungsrate der Geschwindigkeit ist, die von dem Helm realisiert wird. Zudem wird der sogenannte Durchdringungstest durchgeführt. Das ist vor allem an dünnen und empfi ndlichen Stellen wie den Ohrpads oder den Luftkanälen wichtig. Schließlich kann es sein, dass man auf der Piste eine unliebsame Begegnung mit einem Skistock, einem Ast oder einem anderen

spitzen Gegenstand hat. Hier wird ein spitzes Gewicht aus 75 (Kategorie A) bzw. 37,5 Zentimetern (Kat.B) auf den Helm fallen gelassen. Die Spitze darf den Kopf nicht berühren. Als Drittes es wird der Kinnriemen getestet, da der Helm bei einem Sturz nicht vom Kopf rutschen darf. „Ich kann nur dazu raten, den Riemen gut festzumachen, da sonst die Schutzwirkung verloren gehen kann“, empfiehlt Dautermann. Bei diesem dritten Test wird ein Stahlseil am hinteren Teil des Helms eingehakt, der Helm mit einem Gewicht beschwert und aus rund 18 Zentimetern Höhe fallen gelassen. Der Helm darf dabei nicht vom Prüfkopf rutschen. Erst wenn ein Modell alle Tests erfolgreich gemeistert hat, erhält es das Prüfzertifikat und darf in den Handel.

HELM & BRILLE BILDEN EINE EINHEIT

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Ebenso wichtig wie der Helm ist die Skibrille. Einige Skifahrer tragen eine Sonnenbrille, das mindert die Sicherheit aber deutlich. Zwar schützt die Sonnenbrille vor UV-Strahlen, aber die wenigsten Gläser verfügen über Kontrastverstärkung und schärfen die Konturen, wie es moderne Goggles können.

Wichtig beim Kauf: Zum Helm gehört die passenden Skibrille! Dabei ist es oftbesser, beides vom gleichen Hersteller zu wählen, da das Set ideal aufeinander abgestimmt ist.

In unserem Test wurden folgende Modelle mit einem "SkiMAGAZIN-Tipp"-Siegel ausgezeichnet:

- Alpina Gems (Helm – SkiMAGAZIN-Tipp Komfort)

- Julbo Hal (Helm – SkiMAGAZIN-Tipp Preis/Leistung)

- Julbo Cyrius (Skibrille – SkiMAGAZIN-Tipp Kontraste)

- Marker Phoenix 2 Mips (Helm – SkiMAGAZIN-Tipp Sicherheit)

- Scott Chase 2 Plus (Helm – SkiMAGAZIN-Tipp Freeride)

- Scott Factor Pro (Skibrille – SkiMAGAZIN-Tipp Preis/Leistung)

- Smith 4D Mag (Skibrille – SkiMAGAZIN-Tipp Klare Sicht)

- Uvex Instinct Visor (Visierhelm – SkiMAGAZIN-Tipp Komfort)

Den kompletten Artikel mit allen Testergebnissen können Sie im SkiMAGAZIN 3/2022 lesen. Bestellen können Sie diese Ausgabe sowie vorherige als Print-Version oder als Epaper hier: SkiMAGAZIN 3/2022 bestellen

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Getestet wurden in der Wintersaison 21/22 vom SkiMAGAZIN-Testredakteuren:

- Protektoren – Westen und Rucksäcke – SkiMAGAZIN 4/2021

- First Layer – Funktionswäsche – SkiMAGAZIN 5/2021

- Handschuhe für frostige Skitage – SkiMAGAZIN 6/2021

- Ski-Outfits – Lagen-Kombis – SkiMAGAZIN 1/2022

- Skisocken – SkiMAGAZIN 2/2022

- Safety-Sets – Skihelme und Skibrillen – SkiMAGAZIN 3/2022

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